INERIWI - Integrierte Nutzungsmodelle zum effizienteren Rohstoffeinsatz im Wirtschaftsbereich
Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist auf die Eigentumsübergabe von Produkten aufgebaut. Benötigte Produkte werden gekauft, verwendet und danach weiterverkauft bzw. gegen Bezahlung übergeben oder entsorgt. Dabei geht in der Regel die Verantwortung für den Umgang mit dem Stoff und die Haftung auf den Besitzer über. Der Verkäufer maximiert dabei seinen Gewinn durch den Verkauf möglichst großer Mengen.
Um ein gemeinsames Streben von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Dematerialisierung zu erreichen, erfordert es neue Wirtschaftsmodelle für die Produktion aber auch für den Konsum von Gütern und Dienstleistungen (DL). Diese müssen dem Hersteller eine Wertschöpfung aus seiner Tätigkeit und dem Konsumenten die optimale Befriedigung seiner Bedürfnisse unabhängig vom Verkauf bzw. Kauf der Produkte ermöglichen. Idealerweise sollte dabei auch der Gedanke der Produktverantwortung besser institutionalisiert werden als das bisher der Fall war.
Ziel des Projektes ist es, für wesentliche ressourcenintensive Bedarfsfelder (hat sich innerhalb des Forschungsbereichs Produkt-Dienstleistungskonzepte als Begriff durchgesetzt)[1] im Wirtschaftsbereich die eigentliche Funktion und den Nutzen der Produkte zu analysieren und auszuarbeiten, welche Möglichkeiten bestehen, die eigentliche Dienstleistung bzw. die Funktionen eines Produktes bereitzustellen. Gemeinsam mit Unternehmen (Lieferanten und ausgewählten Kundengruppen) wird in Workshops und durch Interviews das mögliche Leistungsangebot von innovativen Dienstleistungsmodellen erarbeitet und der aktuellen Situation der Leistungserbringung sowie eventuell bereits bestehenden Dematerialisierungs- bzw. Dienstleistungsansätzen gegenübergestellt.
Die erhaltenen Möglichkeiten in den einzelnen Bedarfsfeldern werden in Modelle eingeteilt und diese nach ihren ökologischen, ökonomischen und sozialen Eigenschaften charakterisiert. Dabei soll ermittelt werden, welche verschiedenen Modelle bei den einzelnen Bedarfsfeldern möglich wären und welchen Beitrag zur Verbesserung der Ressourceneffizienz ein Übergang vom Produkt zur Dienstleistung leisten würde. Aus der Charakteristik der Dienstleistung soll für die Unternehmen der produzierenden Industrie eine Entscheidungshilfe erarbeitet werden, in welchen Fällen ein Übergang vom Produkt zur Dienstleistung ökonomische, ökologische und gegebenenfalls soziale Vorteile mit sich bringen würde.
Abschließend werden die Bedeutung der Material- und Energierelevanz sowie das Potential der Umweltentlastung und die ökonomischen und sozialen Implikationen für einzelne Wirtschaftsbereiche abgeschätzt.
Der Untersuchungsrahmen ist auf den „Business-to-business“ Bereich beschränkt, da die Rahmenbedingungen, insbesondere auch die Akzeptanz für Dienstleistungsangebote, im privaten Bereich von vielen subjektiven Kriterien geprägt sind, die hier nicht betrachtet werden können.
[1] Anwendung des Begriffs: im Rahmen dieses Projektes verstehen wir darunter die Zusammenführung von Produkten bzw. Produktgruppen, die eine gemeinsame Funktion erfüllen, zu einer Anwendung, z.B. Waschmittel und Waschmaschine zur Anwendung Reinigung.
Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen des Impulsprogrammes „Fabrik der Zukunft“